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Herausforderungen gemeinsam angehen
Die Gemeinde Bronschhofen und die Stadt Wil pflegen in vielen Belangen eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Seit dem Februar 2008 laufen nun konkrete Gespräche über eine mögliche Vereinigung. Ein gemeinsamer Bericht des Gemeinderats Bronschhofen und des Stadtrats Wil zeigt vorgängig zu klärende Themenfeldern. Erster Meilenstein wird die Grundsatzabstim-mung vom 27. September 2009 in beiden Gemeinden sein.
Die Stadt Wil einerseits und die Gemeinde Bronschhofen mit den Dörfern Bronschhofen und Rossrüti sowie Maugwil und Trungen andererseits wuchsen im Laufe der Zeit räumlich mehr und mehr zusammen. Teilweise lassen sich kaum mehr geographische Grenzen im Siedlungsgebiet ausmachen – die beiden Gemeinden bilden fast eine räumliche Einheit. Im Alltag der Bevölkerung haben die Grenzen ebenfalls an Bedeutung verloren, man nutzt auch das Angebot der jeweils anderen Gemeinde. Wil und Bronschhofen ergänzen sich in ihrer Gestaltung, ihrer Struktur und ihren Angeboten, konkurrenzieren sich aber auch in gewissen Teilen.
Grenzüberschreitende Betrachtung nötig
Ganz grundsätzlich gilt: Unsere Gesellschaft steht vor grossen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen, die sich in Zukunft noch verstärken werden, etwa erhöhte Mobilität, ein verschärfter Standortwettbewerb, die Liberalisierung der Märkte, Änderung der Bevölkerungsstruktur oder Immissionsbelastungen. Heutige und künftige Herausforderungen im Siedlungsgebiet Wil-Bronschhofen sind auf beiden Seiten der Gemeindegrenze grossenteils identisch. Sie machen nicht an Grenzen Halt und verlangen daher je länger je mehr nach grenzüberschreitender Betrachtung.
Erfolgreiche punktuelle Zusammenarbeit
In vielen Politikbereichen arbeiten Wil und Bronschhofen bereits erfolgreich zusammen. Stadt- und Gemeinderat sind bestrebt, wo immer möglich gemeinsame Lösungen zu treffen oder individuelle Lösungen aufeinander abzustimmen. Im Sinne einer effizienten, wirtschaftlichen und kostengünstigen Aufgabenerledigung sind die beiden Gemeinden bereits gemeinsam in vier Zweckverbände, vier Vereine und zwölf vertragliche Verhältnisse eingebunden. Diese punktuelle interkommunale Zusammenarbeit stösst aber an Grenzen. Und solange jede Gemeinde noch selbstständig ist, wird sie legitimerweise primär auf ihre eigenen Interessen achten und Prioritäten aus dem Blickwinkel ihrer Gemeinde setzen. Zudem binden die derzeitigen Strukturen personelle und finanzielle Ressourcen.
Vereinigung prüfen
Zeitgemässe Strukturen tragen dazu bei, die Herausforderungen der Zeit erfolgreich und unter optimalem Einsatz von Ressourcen zu bewältigen. Es stellt sich deshalb die Frage, ob ein Verschmelzen der beiden Gemeinden nicht vorteilhafter ist und eine effizientere Aufgabenerfüllung ermöglicht. Es lohnt sich deshalb nach Ansicht der Bronschhofer und Wiler Behörden, eine Vereinigung vertieft zu prüfen und die Planung der Zukunft jetzt an die Hand zu nehmen.
Wichtiger Meinungsbildungsprozess
Im Februar 2008 nahmen der Gemeinderat Bronschhofen und der Stadtrat Wil Gespräche über eine mögliche Vereinigung der Gemeinden per 1. Januar 2013 auf. Bis zu einem allfälligen Zusammenschluss ist es indes noch ein weiter Weg mit vielen wichtigen Meilensteinen (siehe unten).
Damit sich die Bürgerinnen und Bürger von Wil und Bronschhofen ein Bild machen und ein mögliches Miteinander diskutieren können, ist ein umfassender politischer Meinungsbildungsprozess nötig. Als Grundlage haben Stadt- und Gemeinderat einen Bericht mit Vorabklärungen erarbeitet. Er beleuchtet Themenfelder, die auf dem Weg zu einer Vereinigung aufbereitet werden müssen (siehe Kasten 2). In einzelnen Politikbereichen werden bereits Lösungsansätze aus Sicht der Räte im Sinne von Absichtserklärungen oder Zielvorstellungen aufgeführt, ohne dass diese für die weitere Projektarbeit bereits verbindlich und unumstösslich sind. Ziel dieses Berichtes ist nicht, bereits alle Details einer Vereinigung und einer vereinigten Gemeinde zu präsentieren. Aufgezeigt werden vielmehr wichtige Fragen, die es im weiteren Prozess zu klären gilt.
Der Stadtrat Wil und der Gemeinderat Bronschhofen haben im Vorfeld der Grundsatzabstimmung Handlungsfelder definiert, die im Verlauf des weiteren Prozesses zu klären sind: Name, Wappen, Bürgerrecht sowie Sicherheit und Versorgung, aber auch Behördenorganisation, Verwaltung und Verwaltungsstandorte oder Personal sollen bearbeitet werden. Beleuchtet werden auch die Bereiche Bildung, Soziale Wohlfahrt, Kultur, Freizeit und Sport sowie Raumentwicklung, Verkehr und Finanzen.
Dabei werden in all diesen Bereichen Chancen und Risiken aus einer Gesamtschau Wil-Bronschhofen beurteilt. Ohne in einzelnen Bereichen auch bestehende Risiken auszublenden, machen die bisher schon geleisteten Vorarbeiten doch bereits deutlich: Die Chancen einer gemeinsamen Gemeinde sind vielfältig. Deshalb lohnt es sich, eine Vereinigung von Bronschhofen und Wil umfassend zu prüfen.
Eine Serie, publiziert während der Sommerferien 2009, beleuchtet verschiedene dieser Themenfelder: Mit Hinblick auf die Grundsatzabstimmung im September werden in thematischen Artikeln im Wochenrhythmus diverse Bereiche dargelegt. Unter den obigen Reitern können die Inhalte dieser Serie nachgelesen werden. |